Die Staatsregierung präsentiert heute ihr Konzept „Mittelschule – stark für jeden Weg" und feiert sich dafür. Was tatsächlich drin steckt: eine einzige zusätzliche Anrechnungsstunde pro Schule, ein paar Detailregelungen und viel warme Worte.
Eine Anrechnungsstunde – das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Mittelschule wird nicht durch Imagekampagnen attraktiver, sondern durch bessere Lernbedingungen, kleinere Klassen und echte pädagogische Freiheit. Die Problemlagen vor Ort – mangelnde Ausstattung, überlastete Lehrkräfte, fehlende Differenzierung – werden hinter Modellversuchen versteckt statt ehrlich angegangen.
Und wenn die Staatsregierung von „mehr Flexibilität" in den Jahrgangsstufen 5 und 6 spricht, muss man genau hinschauen: Was als Flexibilität verkauft wird, darf nicht zum Sparprogramm werden, bei dem Schulen mit weniger Ressourcen mehr leisten sollen.
Was es stattdessen braucht: Das Startchancenprogramm des Bundes muss in Bayern vollständig umgesetzt werden – nicht als Vorwand, um Sachaufwandsträger oder den Freistaat aus der Verantwortung zu entlassen. Bayern sollte den Impuls nutzen und als Vorreiter sozial gestaffelte Bildungsgutscheine einführen, damit Mittel direkt bei den Schulen ankommen, die sie am dringendsten brauchen.
· FDP Bayern